Das "Idealgewicht" ist ein schwieriger Begriff. Es gibt nicht das eine Idealgewicht, das für alle Menschen gleichermaßen gilt. Abhängig von Körperbau, Geschlecht, Alter und Lebensstil kann das optimale Gewicht deutlich variieren. Dennoch gibt es verschiedene wissenschaftliche Methoden, die Anhaltspunkte geben können. In diesem Artikel stellen wir die bekanntesten vor und erklären, welche Vor- und Nachteile sie haben.
Die Broca-Formel
Die Broca-Formel ist eine der ältesten und einfachsten Methoden. Für Menschen unter 1,65 Metern Größe berechnet sie das Idealgewicht als Körpergröße minus 100. Für Personen über 1,65 Metern lautet die Formel: Größe minus 100, dann 10 Prozent abziehen. Bei 1,80 Metern Größe ergibt das (180 - 100) minus 18 = 62 Kilogramm als Idealgewicht. Die Formel ist einfach, aber sie ignoriert Alter, Geschlecht und Körperbau komplett. Für kleinwüchsige oder besonders große Menschen liefert sie oft unrealistische Werte.
Die Devine-Formel
Paul Devine entwickelte 1974 eine Formel, die zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Für Männer: 50 Kilogramm plus 0,9 Kilogramm pro Zentimeter über 152 Zentimeter. Für Frauen: 45,5 Kilogramm plus 0,9 Kilogramm pro Zentimeter über 152 Zentimeter. Bei 175 Zentimetern ergibt das für Männer 71,7 Kilogramm und für Frauen 67,2 Kilogramm. Diese Formel berücksichtigt das Geschlecht, aber auch sie kann den individuellen Körperbau nicht abbilden.
BMI und Normalgewichtsbereich
Eine andere Herangehensweise ist es, den BMI-Normalgewichtsbereich zu nutzen. Ein BMI von 18,5 bis 24,9 gilt als gesund. Daraus lässt sich für jede Körpergröße ein Gewichtsbereich berechnen. Bei 1,75 Metern liegt der Bereich zwischen etwa 57 und 76 Kilogramm. Der Idealgewicht-Rechner zeigt Ihnen genau diesen Bereich für Ihre Körpergröße an.
Was ist wirklich wichtig?
Alle diese Formeln haben eines gemeinsam: Sie sind Näherungswerte, keine verbindlichen Vorgaben. Zwei Menschen mit derselben Größe und demselben Gewicht können völlig unterschiedlich aussehen, je nachdem, wie ihre Körperzusammensetzung aussieht. Muskelmasse ist dichter als Fettgewebe, weshalb ein sportlicher Mensch bei gleichem BMI schlanker wirkt als jemand ohne Training.
Viel wichtiger als die Zahl auf der Waage ist das allgemeine Wohlbefinden. Kann man problemlos Treppen steigen? Fühlt man sich energiegeladen? Sind die Blutwerte im normalen Bereich? Diese Fragen sind aufschlussreicher als jede Formel. Wenn Sie Ihren Körper verbessern möchten, konzentrieren Sie sich auf regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf. Das Gewicht stellt sich dann oft von ganz allein auf ein gesundes Niveau ein.