BMI richtig verstehen und berechnen

Gesundheit · Lesezeit 6 Min.

Fast jeder hat schon einmal von BMI gehört. Beim Arztbesuch, in der Apotheke oder im Fitnessstudio wird der Wert ermittelt und einem dann mitgeteilt. Aber was genau sagt diese Zahl eigentlich aus und kann man ihr wirklich vertrauen? In diesem Artikel gehen wir der Sache auf den Grund und erklären, was der BMI wirklich bedeutet und wo seine Grenzen liegen.

BMI Waage

Der Body-Mass-Index ist eine Kennzahl, die das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße beschreibt. Die Formel ist denkbar einfach: Man teilt das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Bei 80 Kilogramm und 1,75 Metern Größe ergibt sich zum Beispiel ein BMI von etwa 26,1. Mit unserem BMI-Rechner können Sie Ihren Wert schnell ermitteln.

Die BMI-Kategorien

Die Weltgesundheitsorganisation teilt BMI-Werte in verschiedene Kategorien ein. Ein Wert unter 18,5 gilt als Untergewicht, zwischen 18,5 und 24,9 als Normalgewicht, von 25 bis 29,9 als Übergewicht und ab 30 als Adipositas. Diese Grenzwerte gelten für Erwachsene und wurden ursprünglich für die europäische Bevölkerung entwickelt. Für asiatische Menschen gelten leicht angepasste Werte, da dort bereits bei niedrigeren BMI-Werten gesundheitliche Risiken auftreten können.

Was der BMI nicht erfasst

Das Problem mit dem BMI ist, dass er nur das Verhältnis von Gewicht zu Größe betrachtet, ohne zwischen Muskelmasse und Fettgewebe zu unterscheiden. Ein Bodybuilder mit viel Muskelmasse kann einen BMI von über 30 haben und trotzdem kein Übergewicht im gesundheitlichen Sinne haben, da Muskeln dichter und schwerer sind als Fett. Umgekehrt kann jemand mit einem normalen BMI zu viel Körperfett haben, wenn die Muskelmasse gering ist.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Mit den Jahren verlieren Menschen natürlicherweise Muskelmasse und nehmen an Fettgewebe zu, ohne dass sich das Gewicht wesentlich ändert. Daher kann ein leicht erhöhter BMI bei älteren Menschen weniger besorgniserregend sein als bei jüngeren. Die Fettverteilung ist ebenfalls wichtig: Bauchfett ist gesundheitlich problematischer als Fett an den Oberschenkeln oder Hüften.

Alternativen zum BMI

Wenn Sie eine genauere Einschätzung Ihres Gewichtsstatus möchten, gibt es mehrere Alternativen. Der Idealgewicht-Rechner verwendet verschiedene Formeln wie die Broca-Formel oder die Devine-Formel, die Ihr Idealgewicht basierend auf Geschlecht und Größe berechnen. Die Körperfettmessung, etwa mit dem Navy-Methoden-Rechner, gibt einen besseren Aufschluss darüber, wie viel Prozent Ihres Körpergewichts tatsächlich aus Fett bestehen. Auch der Taillenumfang ist ein einfacher Indikator: Bei Männern sollten maximal 102 Zentimeter, bei Frauen maximal 88 Zentimeter gemessen werden.

Praktische Tipps

Der BMI ist ein nützlicher erster Anhaltspunkt, aber er sollte niemals als alleiniges Kriterium für eine Diät oder Gesundheitsentscheidung herangezogen werden. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Er kann durch eine Blutuntersuchung und weitere Messungen ein viel genaueres Bild Ihrer Gesundheit zeichnen. Wichtig ist auch, wie Sie sich fühlen: Wer sich fit und energiegeladen fühlt, bei guter körperlicher Leistungsfähigkeit ist und keine gesundheitlichen Probleme hat, muss sich über einen leicht erhöhten BMI in der Regel keine Sorgen machen.